Ständig gute Ideen zu haben und immer kreativ zu sein ist nicht einfach, dabei ist Kreativität, genau wie alles andere im Leben, keine Gegebenheit, sondern ein Werkzeug, welches mit Übung und den richtigen Techniken erlernt werden kann. In einer Reihe von vier Artikeln möchte ich erklären, wie man Outside The Box denken kann um besonders gute Ideen zu entwickeln. Los geht es mit dem eigentlichen Prozess der Ideenentwicklung.

Wie entstehen Ideen?
- Der Workflow einer Idee
- Einfach und schnell mit Brainstorming
- Ideen durch mentale Provokation
- Schneller zum Ziel mit Clicking-Fragen
Der Workflow einer Idee
“Alles fängt mit einer Idee an”. Falsch! Die Idee kommt erst an zweiter Stelle, denn vor jeder Idee steht ein Problem, eine Aufgabe oder eine Not. In der Fachsprache oft Briefing genannt. Bspw. könnte ein Briefing lauten: “Schüler sollten öfters ihre Hausaufgaben machen“.
Eine gute Idee entsteht nicht dadurch, dass man sich zurücklehnt und wartet bis einem etwas gutes einfällt – sicherlich fallen einem so schon einige Dinge ein, aber mit großer Wahrscheinlichkeit sind das 0815-Standard-Ideen. Um wirklich gute Ideen zu entwickeln, ist es hilfreich systematisch vorzugehen. Erfahrungsgemäß werden die besten Ergebnisse mit einem Team von 3-6 Leuten erzielt.
1. Ein gutes Briefing
Nach dem man die Aufgabe kennt, sollte sie spezifiziert werden. Je genauer die Aufgabe gestellt ist, desto besser werden die Ideen. Jeder im Team sollte auf genau das gleiche Ziel hinarbeiten, aber das geht nur, wenn die Aufgabe möglichst deutlich formuliert ist. Aus unserem Briefing oben könnte also etwas werden wie: “Mit welcher Methode, können Mittelstufenschüler motiviert werden, öfters ihre Hausaufgaben zu machen“.
2. Ideen-Phase
Wenn ein wirklich gutes Briefing steht, geht es im zweiten Schritt darum, so viele Ideen wie möglich auf den Tisch zu bringen. Um diese Phase zu unterstützen, können diverse Strategien angewendet werden, dazu mehr in den kommenden Artikeln. Ideen werden zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewertet, das ist ganz wichtig, es gibt noch keine guten oder schlechten Ideen, denn das einzige was zählt ist Masse.
3. Revision
Selbstverständlich ist nicht jede Idee eine gute, allerdings kann, vor allem im Team, aus einer eher schlechten Idee, eine sehr gute Idee werden. In der Revision geht es darum zu entscheiden ob eine Idee Potential hat oder nicht. Außerdem ist hier viel Kreativität gefragt, jede Idee soll nämlich “gerettet” werden und in die “nächste Runde” kommen. Wie können Ideen kombiniert, adaptiert oder weiterentwickelt werden? Am Ende sind nur noch eine Handvoll Ideen übrig – nämlich die wirklich guten.
4. Die Umsetzung
Mit den wenigen übrig gebliebenen guten Ideen, die in der Ideen-Phase entstanden und in der Revision weiterentwickelt wurden, geht es in der Umsetzung darum, eine Idee zu finden, die lauffähig gemacht werden kann. Die Idee selbst sollte schon wirklich gut sein, aber durch die Umsetzung selbst wird alles aus ihr heraus geholt. Außerdem wird hier geprüft ob die Idee wirklich funktionieren kann, oder welche Einschränkungen in Kauf genommen werden müssen.
Um noch einmal kurz auf unser Briefing zurück zu kommen. Eine von vielen Möglichkeiten wäre es, den Schülern anstatt einer “Strichliste” für nicht gemachte Hausaufgaben, ein Bonussystem anzubieten, mit denen Sie Erfolgspunkte sammeln und diese direkt in Pluspunkte für die Note, sowie erfreuliche Elternbriefe austauschen könnten. Eine weitere Möglichkeit wäre, Hausaufgaben so zu Gestalten, dass sie zu einer Problemlösung beitragen, die nur in der Klassengemeinschaft gelöst werden kann.
Fazit
Eine gute Idee zu finden ist also keineswegs Glück oder Zufall, sondern ein Problem welches es zu lösen gilt. Wie in Mathe, Physik oder Wirtschaft gibt es Systeme um das Lösen schneller und einfacher zu machen. Allerdings ist das Entwickeln einer guten Idee wesentlich anschaulicher als ein Blatt voller Zahlen und Tabellen. Neben dem Workflow, der den Rahmen für den Ideenprozess bildet, gibt es einen weiteren entscheidenden Erfolgsfaktor, das Team. Wenn das Team unmotiviert ist und kein gutes Arbeitsklima herrscht, bringt die beste kreative Strategie nichts. Deshalb sollte dafür gesorgt werden, dass alle Spaß an der Sache haben.
Ich bin übrigens offen für Feedback. Ist das, was ich schreibe gut ? Was kann ich besser machen?



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